(Schwäbisch Gmünd, 25.07.2026) Rund 500 Jägerinnen und Jäger, Ehrengäste sowie Interessierte haben am Landesjägertag des Landesjagdverbands Baden-Württemberg (LJV) in Schwäbisch Gmünd teilgenommen. Unter dem Motto „Wild und Wald im Wandel“ standen die Auswirkungen von Klimawandel, Waldumbau und Wildtiermanagement im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Marion Gentges, neue Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat. Sie betonte die Bedeutung eines modernen und praxisorientierten Wildtiermanagements und sprach sich dafür aus, die Herausforderungen rund um Wolf, Biber und Saatkrähe aktiv anzugehen. Mit einer Populationsgröße von rund 12.000 Tieren beschreibt Gentges den Bestand des Bibers als gesichert. Die Koalition sehe eine Prüfung der Aufnahme des Bibers in JWMG vor und das MLR treibe diese Umsetzung voran, so die Ministerin. Auch bei der Saatkrähe werde eine Überführung ins JWMG vorbereitet. Die Aufnahme des Wolfs in das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz sei ein wichtiges Signal. Zudem verwies die Ministerin auf die Bedeutung einer besseren Vernetzung der Rotwildbestände in Baden-Württemberg und würdigte das ehrenamtliche Engagement der Jägerschaft für Wildtiere und ihre Lebensräume.
Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann unterstrich diese Aussagen und betonte darüber hinaus die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen für das Rotwildmanagement, darunter die Verbesserung von Wildtierkorridoren sowie ein landesweites Konzept zur Weiterentwicklung des Rotwildmanagements. Außerdem lobte die Ministerin das LJV-Projekt „Wild-Wald-Bewusstsein“, mit dem der Verband den Waldumbau im Einklang mit den Bedürfnissen des Wildes fördern und die Zusammenarbeit aller Beteiligten stärken will. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann hob die Bedeutung dieses Ansatzes hervor: „Wild und Wald dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Unser Ziel ist es, beides im Wandel gemeinsam weiterzuentwickeln.“
Wie die Herausforderungen des Waldumbaus und eines zukunftsfähigen Wildtiermanagements in der Praxis bewältigt werden können, diskutierten Forstassessor Felix Kuwert und der Jäger und Rehwildkenner Bertram Graf Quadt. Gemeinsam mit dem Publikum beleuchteten sie die Revierplanung aus unterschiedlichen Perspektiven – vom Förster mit Fokus auf Naturverjüngung über den Jäger mit Blick auf die Belange des Wildes bis hin zu modernen Ansätzen des Wildtiermanagements. Deutlich wurde dabei, dass die unterschiedlichen Perspektiven nur gemeinsam zu tragfähigen Lösungen für Wald und Wild führen können.
Der Landesjägertag ist eine Zusammenkunft der Jägerinnen und Jäger im Land und besteht aus einem öffentlichen Teil und der internen Jahreshauptversammlung des Verbandes. Der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. mit Sitz in Stuttgart ist anerkannter Naturschutzverband und Interessenvertretung von 57 regionalen Jägervereinigungen mit über 35.700 Jägerinnen und Jägern im Land.





