Das Grüne Klassenzimmer der Landesgartenschau Ellwangen 2026 bietet Schulklassen und Kindergartengruppen die Möglichkeit, Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit außerhalb des Klassenzimmers unmittelbar zu erleben. Zahlreiche Partner gestalten hierfür abwechslungsreiche Bildungsangebote und machen ökologische Zusammenhänge mit allen Sinnen erfahrbar.
Am 6. Juli führten Sibylle Schweier (Kreisjägervereinigung Hechingen) und Stefan Heller (Kreisjägervereinigung Reutlingen) im Rahmen des Bildungsprogramms das Lernort-Natur-Modul „Spuren heimischer Wildtiere“ durch. Die Kinder begaben sich dabei auf eine spannende Entdeckungsreise in die Welt unserer heimischen Wildtiere.
Nach einer kurzen Einführung wurde die Gruppe geteilt, sodass die Kinder an zwei unterschiedlichen Stationen Natur mit allen Sinnen erleben konnten.
Auf einem gemeinsamen Pirschgang erkundeten sie die Lebensräume verschiedener Wildtiere. Dabei erfuhren sie, welche Spuren die Tiere hinterlassen, wie Losung aussieht, welche Informationen sie über die Tiere verrät und an welchen Stellen sie typischerweise zu finden ist. Ein besonderes Highlight war eine ungewöhnliche Perspektive: Da Frösche bei vielen heimischen Beutegreifern auf dem Speiseplan stehen, konnten die Kinder mit kleinen Spiegeln selbst erleben, wie ein Frosch seine Umgebung wahrnimmt. Die Spiegel wurden auf Nasenhöhe mit der Spiegelfläche nach oben gehalten und vermittelten eindrucksvoll den Blickwinkel der auf dem Kopf sitzenden Froschaugen. So wurde unmittelbar verständlich, warum diese besondere Augenstellung für Frösche einen entscheidenden Überlebensvorteil darstellt.
An der zweiten Station lernten die Kinder typische heimische Wildtiere wie Fuchs, Dachs, Steinmarder, Waschbär und Nutria kennen. Mithilfe eines großen Spurentuchs, verschiedener Felle und Decken sowie eines Präparates konnten sie die Tiere und ihre charakteristischen Trittsiegel vergleichen und deren Lebensweise kennenlernen.
Besonders spannend wurde es anschließend direkt am Ufer der Jagst. Dort entdeckten die Kinder frische Trittsiegel im weichen Boden und untersuchten gemeinsam, von welchen Tieren diese stammen könnten. Mit großer Begeisterung wurde verglichen, diskutiert und kombiniert – ganz wie echte Naturdetektive.
Nach rund 35 Minuten wechselten die Gruppen, sodass alle Kinder beide Stationen erleben konnten.
Den gelungenen Abschluss bildete eine kreative Mitmachaktion. Mit schnell trocknendem Modellierton fertigten die Kinder ihre eigenen Trittsiegel-Abdrücke an und konnten diese als Erinnerung an einen erlebnisreichen Vormittag mit nach Hause nehmen.
Das Angebot zeigte eindrucksvoll, wie Naturbildung durch eigenes Entdecken, Beobachten und Anfassen lebendig wird. Spielerisch lernten die Kinder, aufmerksam durch die Natur zu gehen, Spuren zu lesen und Zusammenhänge zwischen Lebensräumen, Beutetieren und Beutegreifern zu verstehen.
Mit ihrem gemeinsamen Einsatz unterstrichen Sibylle Schweier und Stefan Heller einmal mehr die erfolgreiche kreisübergreifende Zusammenarbeit der Lernort-Natur-Teams innerhalb des Landesjagdverbands Baden-Württemberg.
Lernort Natur ist die bundesweite Umweltbildungsinitiative der Jägerschaft. Ziel ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die heimische Tier- und Pflanzenwelt sowie ökologische Zusammenhänge durch eigenes Erleben näherzubringen. Dabei stehen Neugier, Begeisterung für die Natur und ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Lebensräumen im Mittelpunkt. Die Jägerinnen und Jäger engagieren sich ehrenamtlich und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.





