Wieder ein Luchs am Sender

Fangaktion im Donautal erfolgreich

Erstellt am 01.02.2019

In der Nacht vom 29. auf den 30. Januar gelang es einem Team der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg mit tatkräftiger Unterstützung der Jägerschaft vor Ort einen Luchs zu fangen und mit einem Halsbandsender auszustatten. Dieser sendet nun regelmäßig Daten über den Aufenthaltsort an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Das Luchsmännchen mit dem wissenschaftlichen Namen B600 wurde im Januar 2018 erstmals im Oberen Donautal von einer Fotofalle erfasst. Durch den Abgleich des Fleckenmusters mit Bildern aus der Schweiz konnte rekonstruiert werden, dass B600 aus dem südwestlichen Schweizer Jura bis nach Baden-Württemberg gewandert war.

Wie attraktiv gerade das Obere Donautal für Luchse ist, zeigt auch seit einem Jahr B600. Er ist das fünfte Luchsmännchen, das seit 2005 in dieser Region nachgewiesen werden konnte.

 

„Auch für diesen Luchs übernehmen wir eine Patenschaft und werden ihn mit großem Interesse auf seinen Streifzügen durchs Land begleiten“, so Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann. Der neue Luchs am Sender erhielt vom LJV den Namen „Lias“.

Für die bisher besenderten Luchse „Friedl“, „Tello“ und „Wilhelm“ hatte der LJV bereits Patenschaften übernommen. Über ihren derzeitigen Aufenthalt ist aber inzwischen wenig bekannt, weil die Funkhalsbänder nicht mehr funktioneren und abgeworfen wurden. Während Tello zuletzt auf der Ostalb nachgewiesen wurde und möglicherweise nach Bayern abgewandert ist, kann der Aufenthalt von Friedl nicht mehr zwischen Alb und Donautal bestätigt werden. Auch von Wilhelm, der im Südschwarzwald weiträumig zwischen dem Feldberggebiet und dem Hochrhein umherstreifte, fehlen seit einiger Zeit konkrete Nachweise.

„Die zuwandernden Luchse zeigen auf, dass es potentiellen Lebensraum in Baden-Württemberg gibt.“, sagte Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann. „Der LJV fordert, wichtige Wildtierkorridore zu benachbarten Luchspopulationen rechtlich abzusichern und an neuralgischen Punkten zu verbessern um damit auch zukünftig die natürliche Besiedlung Baden-Württembergs zu ermöglichen. Wir unterstützen einen natürlichen Prozess, durch den wir uns auf die Luchse einstellen können.“, so Friedmann.

Bild: Armin Hafner 

 

Erstellt am 01.02.2019
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