Sind Niederwildjagden aktuell zulässig?

Erstellt am 06.11.2020

Nach Veröffentlichung der Corona-Verordnung und des aktualisierten Erlasses für die Durchführung von Bewegungsjagden erreichten uns viele Anfragen, ob auch Treibjagden auf Niederwild zulässig sind. Wir haben dazu das MLR befragt mit dem Hinweis, dass auch bei Treibjagden die Hygienevorschriften, die bei Bewegungsjagden auf Schalenwild anzuwenden sind, eingehalten werden können und deshalb eine Durchführung von Treibjagden möglich sein müsste. 

Das MLR hat sich dazu wie folgt geäußert: 

" Weil Drückjagden in erster Linie der ASP-Prävention und dem Schutz des Waldes (Stichwort Klimawandel) dienen, haben wir sie unter § 10 Abs. 3 Nr. 2 CoronaVO, die sonstigen Veranstaltungen, gefasst. Denn im Vordergrund steht die Gefahrenabwehr.

㤠10 (3) CoronaVO

Untersagt sind

1.           private Veranstaltungen mit über 10 Teilnehmenden und

2.           sonstige Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmenden.“

Treibjagden auf Niederwild (nach § 8 Abs. 3 JWMG mehr als 15 Personen als Treiber und Schützen) sind aber m.E. unter § 10 Abs. 3 Nr. 1 CoronaVO zu fassen, sind also private Veranstaltungen. Treibjagden dienen zwar natürlich, wie die Jagd generell, dem Erreichen der Ziele nach dem JWMG. Jedoch ist die Gefahrenabwehr, wie das bei Drückjagden auf Schalenwild der Fall ist, nicht augenscheinlich. Daher sind „Treibjagden“ m.E. nur mit bis zu 10 Personen zulässig."

Die Schlussfolgerung des MLR, dass „Treibjagden m.E. mit bis zu 10 Personen durchgeführt werden können, und das Aufführen von § 10 der Corona-VO als Rechtsgrundlage kann zu Mißverständnissen führen.

Für private Veranstaltungen gilt ab dem 2.11.2020 § 1a) der Corona-Verordnung mit folgendem Inhalt:

(2) Ansammlungen und private Veranstaltungen sind abweichend von §§ 9 und § 10 Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 und Satz 2 nur gestattet

  • mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder
  • mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts einschließlich deren Ehegatten, Lebenspartnern, Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandten in gerader Linie, mit insgesamt nicht mehr als 10 Personen.

Niederwildtreibjagden (auf Hase, Fasan, Enten, Gänse... ) können also nicht im herkömmlichen Sinn mit bis zu 10 Personen aus verschiedenen Haushalten stattfinden, nur unter den o.g. Bedingungen.

Übrigens haben auch andere Bundesländern dies so geregelt: Bewegungsjagen auf Schalenwild zulässig, andere Gesellschaftsjagden nicht oder nur sehr eingeschränkt

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