Mitgliederversammlung 2019 und 2020

Am 22.10.2021 konnten endlich die coronabedingt verschobenen Mitgliederversammlungen für die Jahre 2019 und 2020 stattfinden.

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Im kleinen Rahmen konnten die verschobenen Mitgliederversammlungen nun in Präsenz durchgeführt werden.

 

Damit auch diejenigen die nicht kommen konnten sich informieren können, finden Sie hier die Ansprache von Kreisjägermeister Wolfgang Auer:

 

 

Liebe Jägerinnen, liebe Jäger

Liebe Mitglieder und Gäste

Ich begrüße sie recht herzlich zu unserer heutigen Mitgliederversammlung von 2020 und 2021. Ein Novum in unserer Geschichte, dass wir an einem Termin die Versammlungen von zwei Jahren abhalten. Dies ist der Corona – Pandemie geschuldet. Ich bin aber froh, dass wir jetzt im Herbst wieder zusammen kommen können. Wie sie der Einladung entnehmen konnten unterscheidet sich die heutige Versammlung aber auch von allen bisherigen, da wir nur das vom Vereinsrecht Notwendige abhandeln.

Ich stelle fest, dass sie alle die Einladung fristgerecht erhalten haben und kann ihnen auch mitteilen, dass keine Anträge an die Hauptversammlung eingegangen sind. Damit können wir den Punkt 7 streichen.

Ich muss nochmals auf die gesetzlichen Vorgaben hinweisen:

Sie können hier teilnehmen weil sie geimpft, genesen oder getestet sind. Falls das nicht zutrifft, sie Fieber oder andere Symptome oder in den letzten 14 Tagen Kontakt zu Corona Positiven Personen hatten bitte ich sie die Versammlung zu verlassen.

Die letzten 1 ½ Jahre waren für uns alle etwas noch nie da Gewesenes

Wir lebten zum Teil in Ausnahmesituationen des lock – downs und mussten vieles von unserem gewohnten Lebensablauf einschränken oder ändern.

Auch das Vereinsleben hat darunter gelitten.

Es gab über ein Jahr keine Hegeringversammlungen, kein Treffen der Kreisjägermeister, 2020 kein Landesjägertag eingeschränkte Ausbildung in den Jagdschulen und auf dem Dornsberg. Die Jagdhornbläser durften nicht mehr üben und auch keine Geburtstage und Beerdigungen begleiten. Schießstände blieben geschlossen und was vielen fehlte war das persönliche Treffen an Stammtischen.

Jetzt geht es langsam wieder aufwärts, wir können heute unter Auflagen hier zusammen kommen und ich habe die große Hoffnung dass wir im kommenden Frühjahr, wenn unsere Gesellschaft weiter durchgeimpft ist, wieder eine Mitgliederversammlung in gewohntem Rahmen durchführen können.

Zugutegekommen ist uns Jägern in dieser Zeit voller Einschränkungen, dass wir als systemrelevante Gruppe die Jagd weiterhin ausüben konnten und uns auch nicht an die nächtliche Ausgangssperre zu halten brauchten.

Leicht war die Jagdausübung in dieser Zeit aber nicht, da der Besucherdruck in Wald und Flur noch nie so groß war. Unser Landrat sagte in einem Zeitungsartikel:

 „Der Wald wurde für die Menschen zur Corona-Zeit zum Fitnessstudio“.

Beim Antrittsbesuch bei unserem neuen Landrat Dr. Fiedler haben Herr Haas und ich die Problematik der erschwerten Jagdausübung angesprochen, zwar Verständnis geerntet aber auch gleich vom anwesenden Forstdirektor Kies die Notwendigkeit des Waldumbaus zu hören bekommen. Wir haben versucht klarzustellen, dass ein erhöhter Rehwildabschuss nicht das Allheilmittel sein kann. Wir brauchen mehr Ruhe im Wald durch zum Teil Wegegebote, Wildruhezonen, Leinenzwang für Hunde usw.

Ich bin skeptisch ob sich in dieser Richtung etwas tun wird. Aber ich höre vermehrt von Jägern die in dieser Sache auf ihren Verpächter und die Ordnungsbehörden zugehen. Machen sie da mit.

Was jagdpolitisch und waffenrechtlich auf uns zukommen wird müssen wir abwarten, was eine neue Bundesregierung sich einfallen lässt.

In letzter Zeit habe ich vertieften Kontakt zu Präsidiumsmitgliedern des LJV und kann sagen, dass dort mehr getan wird als man meint oder ihnen vorwirft.

Informieren sie sich über diese Arbeit im Mitteilungsblatt: „Jagen in BW“ und den überregionalen Jagdzeitschriften.

Es haben sich in letzter Zeit einige Änderungen bei den Verantwortlichen ergeben: Seit etwa 2 Jahren ist Peter Lutz, KJM Ravensburg, neuer Bezirksjägermeister und im Präsidium für Schießstände, Clearing Forst und Datenschutz zuständig. Kreisjägermeister Martin Balz von Münsingen wurde beim Landesjägertag zum neuern Schatzmeister des Landesjagdverbandes gewählt.

Heute vor 2 Wochen war ich bei der Verabschiedung von Prof. Jäger als Kreisjägermeister in Tübingen.

Der Landesjagdverband und die untere Jagdbehörde beim Landratsamt bewerben intensiv das „Wildtierportal“ mit dem sich die Jäger viele Verwaltungsarbeiten erleichtern können. Streckenmeldungen online an die Behörde, Monitoring, Anträge an Infra-Wild, Revierkarten etc.

Ausführlich erklärt wurde das Wildtierportal schon im „Jagen in BW“.

Es gibt aber auch online- Schulungen oder vor Ort Schulungen für Hegeringe.

Behilflich ist auch Herr Rosenstock, unser Wildtierbeauftragter beim LRA.

Wir suchen Multiplikatoren für unsere Mitglieder. 

Am 18. Mai hatten wir eine online – Vorstandssitzung und haben dort u.a. besprochen, dass wir uns auch bemühen, werden für die Kitzrettung eine Drohne anzuschaffen. Zu dieser Zeit lief ein Förderprogramm des Landwirtschaftsministeriums. Ich stellte den Antrag auf Bezuschussung für zwei Drohnen, dem nach Übersendung aller Unterlagen auch zugestimmt wurde. Die Suche nach „Drohnenteams“ hat leider nicht zu Ergebnissen geführt. Der Aufwand, den Drohnenführerschein zu machen, Zusatzschulungen bei verkehrsreichen Gebieten und die Bereitschaft in der Kreisjägervereinigung für Revierinhaber Wiesen abzusuchen hielt die Interessenten ab. Ich gehe davon aus, dass privat Drohnen angeschafft werden.

Positiver verlief die „Danke - Aktion“ an das Kreisimpfzentrum des Landkreises.

Dorthin lieferten wir für die Frühschicht und nachmittags für die Spätschicht jeweils etwa 60 Rehburger. Die Mitarbeiter und die Leitung des Impfzentrums waren begeistert. Die örtliche Presse berichtete, ebenso unser Mitteilungsblatt „Jagen in BW“.

Im Jahr 2019   beteiligten wir uns an den Renovierungs- bzw. Neubaukosten des Schießstandes der Jägervereinigung Münsingen in Auingen.  

Es können dort nun parallel der Keiler, Kipphase und Tontauben geschossen werden. Auch wird ein Kurzwaffenstand installiert. Durch diesen Zuschuss der KJV – Reutlingen zu den Baumaßnahmen erhalten die Jäger unserer Vereinigung dieselben Konditionen auf dem Schießstand wie die Mitglieder der Jägervereinigung Münsingen. Öffnungszeiten finden sie auf der Homepage.

Ebenso können die Mitglieder der KJV – Reutlingen auf dem Schießstand in Tübingen zu den gleichen Bedingungen wie die Tübinger schießen. Diese Kooperation besteht schon länger.

 

Erfreulicher Weise haben wir in den letzten zwei Jahren eine Anzahl Neumitglieder aufnehmen können, sodass der Abgang durch Austritt oder Tod etwa ausgeglichen werden konnte.

Leider übersteigt die Zahl der Jägerprüflinge in Baden-Württemberg weit die Zahl der LJV – Mitglieder.

Machen sie Werbung für unseren Verband, nur wenn wir stark sind, können wir die Herausforderungen, die auf uns zukommen werden im Sinne einer waidgerechten Jagd meistern.

Um unser deutsches Waidwerk, wie wir es kennen, mit Jagethik und Tradition weitergeben zu können ist es aber notwendig Jungjägern eine Möglichkeit zur Jagdausübung zu geben.  Ich werde diesbezüglich immer wieder angefragt. Wenn sie also eine Hilfe im Revier brauchen oder Jägern ohne Erfahrung zur waidgerechten Jagd verhelfen möchten, melden sie sich doch bitte bei mir.

Revierpächter scheuen sich oft davor, dass man langfristige Verbindungen eingehen müsste. Dem ist aber nicht so. Wenn es nicht passt, kann man ohne Unstimmigkeiten die Verbindung wieder lösen.

Ich halte hier den neuen Flyer der „Wilden Wochen“ in den Händen. Sicherlich haben sie in der Presse von der Aktion gelesen. Seit 13 Jahren sind diese Wochen ein fester Bestandteil in unserem Landkreis.

Unser Wildbretabsatz ist meist gesichert und das Image der Jägerschaft hat positiven Aufwind bekommen. Wir liefern das beste Bio – Fleisch das denkbar ist, haben keine Stallhaltung und keine Tiertransporte.

Ich bin gespannt, ob der Wildbretbedarf, vor allem mit Rehfleisch, aus der Region noch gedeckt werden kann. Ich erlaube mir hier keine Prognosen über Bestandshöhe anzugeben, aber ich sehe in meinem Revier immer weniger Rehe, meinen Abschuss werde ich wohl nicht erfüllen können.

Die teilnehmenden Gastronomiebetriebe haben sich auf 23 erhöht und die privaten Anfragen steigen.

Im Flyer ist meine Telefonnummer und ich gehe davon aus, dass ich in nächster Zeit Anfragen bezüglich Wildfleisch bekommen werde. Wenn sie interessiert sind Wildfleisch abzugeben können sie es mir mitteilen und ich könnte Anfragen weiterleiten.

Wie ich eingangs schon gesagt habe, hoffe ich dass wir im kommenden Frühjahr wieder eine Versammlung im gewohnten Rahmen durchführen können, in der ich die Jägerbriefe und Ehrenurkunden, von Jagdhornklängen umrahmt, überreichen kann.

In den letzten 14 Jahren habe ich immer zum Schluss meiner Ausführungen auf den baldigen Aufgang der Bockjagd hingewiesen, heute wünsche ich viel Waidmannsheil und Freude bei den herbstlichen Jagden.

Ich danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit.

 

Im Anschluss wurde der gesamte Vorstand entlastet, und bei den anstehenden Wahlen Wolfgang Auer, Ulrich Büttel, Ralf Winterstein und Andreas Haas in ihren Ämtern bestätigt. Als neuen Schriftführer wählte die Versammlung Alexander Auer.

 

Spende an KJV - RT

Bei einer Weihnachtsfeier der Jagdschule Eberle-Simon im Dezember 2019 wurde eine Spendenkasse aufgestellt, um die wichtige Aufgabe der Nachsuchengespanne zu unterstützen. Die Jagdschule hat noch aufgerundet und so bekam die KJV 1000.-€ zur Unterstützung der Nachsuchenführer. Vielen Dank!