Kormoranvergrämung wird vorbereitet

Um die Entwicklung der regionalen Fischfauna an der Jagst zu unterstützen, werden in diesem Winter gezielte Vergrämungsaktionen gegen Kormorane stattfinden.

Erstellt am 02.10.2019

An insgesamt 14 Plätzen soll im Herbst und Winter 2019/20 wieder eine konzertierte Vergrämungsaktion gegen Kormorane stattfinden. Das Projekt „Naturverträgliche Optimierung der Kormoranvergrämung an der Jagst“ hat das Ziel, die vorgegebenen Vergrämungsmöglichkeiten des Vogels effizienter und naturverträglicher zu gestalten. Der Fischbestand in dem vom Schadensereignis an der Lobenhausener Mühle besonders betroffenen Jagstabschnitt zwischen Kirchberg und Bächlingen leidet noch immer unter den Folgen des Unglücks vom August 2015. Um den Erfolg künftiger Besatzmaßnahmen zu steigern, soll der sogenannte „Fraßdruck“ des Kormorans effektiv und möglichst naturverträglich reduziert werden. Die Entwicklung der regionalen Fischfauna ist ein gemeinsames Anliegen von Naturschutz und Fischerei. In Schöntal trafen sich gestern Vertreter der Kreisjägervereinigungen Heilbronn und Hohenlohe um die Durchführung der Aktionen vorzubereiten. Im vergangenen Winter waren bei den ersten koordinierten Vergrämungen insgesamt 10 Kormorane erlegt worden.  Nach der seit 2016 bestehenden Ausnahmegenehmigung zur Vergrämung des Kormorans an der Jagst dürfen pro Jahr maximal 50 Kormorane geschossen werden, in fünf Jahren insgesamt jedoch nicht mehr als 170 Tiere. „Mit dem kooperativen und naturschutzverträglichen Ansatz gehen wir den richtigen Weg. Wesentlicher Inhalt des Projektes ist zum einen, das Verhalten des Kormorans im Gebiet besser zu verstehen, um ihn andererseits im Rahmen des rechtlich Möglichen mit wenigen, aber nachhaltigen Vergrämungseinsätzen effektiv zu lenken“, sagt Dr. Kurt Mezger, Abteilungsleiter Regierungspräsidium Stuttgart. „Je weniger Unruhe das Vergrämen ins Gebiet bringt, um den Kormoran zu vertreiben, umso besser ist das für die restliche Vogelfauna.“ In der Vergangenheit wurden die Möglichkeiten des Kormoranmanagements von den verschiedenen Beteiligten rege und zum Teil kontrovers diskutiert.

Erstellt am 02.10.2019
Zurück zur Übersicht