Jahreshauptversammlung 2018

Information des Veterinäramtes zur ASP

Erstellt am 09.03.2018

Protokoll Hauptversammlung Kreisjägervereinigung Reutlingen – 09.03.18 1.

Begrüßung der wieder gut besuchten Versammlung durch Kreisjägermeister Wolfgang Auer. Eröffnung mit dem Jagdsignal Begrüßung durch die Jagdhornbläsergruppe Reutlingen, der Herr Auer seinen besonderen Dank für die zahlreichen Einsätze bei verschiedensten Anlässen aussprach.

Auch im letzten Jagdjahr musste wieder von einigen Mitgliedern der KJV Abschied genommen werden. Geehrt wurden Sie durch die Jagdsignale Halali und Jagd vorbei der Jagdhornbläsergruppe.

Herr Ritter, als Leiter des Amtes für Recht, Ordnung, Verkehr, Waffenbehörde und untere Jagdbehörde, sprach ein Grußwort des Landratsamtes aus, auch im Namen des 1. Landesbeamten Stede.

Die untere Jagdbehörde ist in die Räumlichkeiten Aulberstrasse 27, in Reutlingen umgezogen. Vorgestellt wurde die neue Leiterin der unteren Jagdbehörde, Frau Kapitel.

Eingegangen wurde auf die jagdlichen Erleichterungen im Rahmen der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die befristete Nutzung von Nachtzielgeräten ist u.a. zulässig, bedarf jedoch der vorherigen Anmeldung bei der unteren Jagdbehörde. Die Befreiung von Sonn-und Feiertagsregelung bei Drückjagden ist ebenfalls Bestandteil. Die Stelle eines Wildtierbeauftragten wird geschaffen, die für alle Fragen, u.a. in der Wildtierhygiene zuständig ist. Im vergangen Jagdjahr wurden insgesamt 258 Drückjagden auf Schwarzwild in 57% der Jagdreviere durchgeführt, als wichtiger Beitrag zur Abwehr der ASP. Bei Fragen gerne auf die untere Jagdbehörde zugehen.

Herr Auer dankte für die hervorragende Arbeit aller Beteiligten. Nochmaliger besonderer Dank für die steigenden Einsätze der Jagdhornbläsergruppe , auch für die Unterstützung durch die Jagdhornbläsergruppe Bad Urach.

Es fanden 2 Vorstandsitzungen und aufgrund der Gefahr durch die drohende ASP, mehrere Arbeitsgruppen statt. Zahlreiche Gesetzesänderungen zur Abwehr der ASP wurden geschaffen. Herr Auer betonte die Notwendigkeit der konsequenten Bejagung. Er rief aber dazu auf, die Jagd weiterhin ausschließlich unter Beachtung der Waidgerechtigkeit und Einhaltung der Elternzeitschutzfristen, speziell bei führenden Bachen auszuüben. An die Politik adressiert er die Erwartung, den Worten Taten folgen zu lassen.

Die Befreiung von der Gebühr für Trichinenuntersuchungen und weiterer Ausbau der Konfiskatstellen wird gefordert, ebenso wie die weitere Unterstützung bei der Wildtiervermarktung, die durch die sog. „Wilden Wochen“ in Reutlingen gestartet sind, die Abnahme durch die Gastronomie jedoch leider rückläufig ist.

Herr Auer bittet weiter darum, die E-Mail-Adressen zu melden um in den Verteiler der KJV für Infobriefe aufgenommen zu werden.

Im Rahmen der Aktion Fellwechsel wurden weitere Gefriertruhen im Hegerin Neckartal, Schönbuch und West Alb aufgestellt.

Herr Auer dankte den Nachsuche-Gespannen und bittet weiterhin diese in Anspruch zu nehmen. Das Nachsuchgespann von Herrn Peter Fischer fällt in nächster Zeit leider wegen des Todes seines Hundes aus.

Herr Auer wirbt weiter um neue Mitglieder, leider treten viele Jungjäger nicht in die KJV ein.

Das gute Verhältnis zum Landratsamt wurde betont, insbesondere die gute Zusammenarbeit mit Frau Kapitel bei der unteren Jagdbehörde. Positiv hervorgehoben wurde, dass das Landratsamt keine Gebühren für die Waffenkontrollen erhebt, im Gegensatz zur Stadt Reutlingen.

Dank galt Herrn Spallinger für seine über 24 jährige Tätigkeit in der unteren Jagdbehörde, in der er, auf der Seite der Jägerschaft, einen großen Beitrag geleistet hat.

Schatzmeisterin Frau Bögel berichtet von 479 Mitgliedern davon 31 Zweitmitglied- und 5 Ehrenmitgliedschaften. Frau Bögel bittet Adress- und Bankverbindungsänderungen mitzuteilen.

Herr Dr. Bernd Wohland wurde einstimmig für weitere 4 Jahre als stv. Kreisjägermeister gewählt. Herr Fath wurde in Abwesenheit, für ein weiteres Jahr einstimmig zum Schriftführer bestellt.

Herr Dr. Buckenmaier, Tierarzt und Leiter des Veterinäramts beim Landratsamt Reutlingen informierte über die ASP. Es gibt viel Unwissenheit über die ASP durch die Medien. Der Erreger der ASP ist ein sehr komplexer Virus, daher ist es schwierig Antikörper zu bilden. Ein Impfstoff gibt es bisher nicht. Der Virus ist stabil in der Umwelt und kann im infizierten Tierkörper bis zu 6 Monate überleben. Im Boden überlebt er bis zu 2 Jahre, er ist sehr gefährlich und hoch ansteckend. Die Ansteckungsgefahr ist jedoch eher gering. Infizierte Tiere sterben nach 8-14 Tagen zu fast 100%. Die ASP kam über Polen in die Tschechei, ist daher nicht mehr weit entfernt von Deutschland. Die Verbreitung erfolgt durch direkten Kontakt von Schwein zu Schwein und ist hoch infektiös. Die Gefahr liegt in der Verbreitung von infizierten Rohfleischprodukten wie Salami etc., die z.B. durch weggeworfene Reste, auf der Autobahn, dann von Wildschweinen aufgenommen werden. Dadurch geht die Verbreitungskette weiter und birgt eine große Gefahr. Die Tschechei hat ein Gebiet von 50 Quadratkilometer zum Sperrgebiet erklärt, Ziel: Keine Wildsau soll aus diesem Sperrgebiet raus kommen. Absolute Jagdruhe und Einzäunung des gesamten Gebietes mit intensiver Bejagung zur Ausrottung aller WS ist Vorschrift. In einem weiteren Umkreis gibt es ein Beobachtungsgebiet in dem ein verstärktes Monitoring durchgeführt wird.

Maßnahmen in Deutschland: Einführung eines verstärkten Monitorings , Einrichtung von Verwahrstellen zur Abgabe der Tierkörper und des Aufbruchs.

Kreis Reutlingen ist hier schon weit und hat an verschiedenen Stellen sog. Fuchstruhen aus Edelstahl aufgestellt. Weitere Standorte werden geprüft und Kühlvorrichtungen eingebaut.

In Pfullingen gibt es beim Bauhof eine Verwahrstelle. Es sollen 7 werden.

Es wird gebeten, Tiere mit bedenklichen Merkmalen an das staatliche Untersuchungsamt Aulendorf zu schicken. Kosten können leider nicht übernommen werden. Auffällige Tiere können auch dem Kreisveterinäramt gemeldet werden und Fallwild in die dortigen Fuchstruhen verbracht werden.

Bei Fragen steht das Veterinäramt jederzeit zur Verfügung.

 

Insgesamt 7 Jungjägern durfte mit Überreichung des Jägerbriefes und des grünen Liederbuchs zur erfolgreich abgelegten Jägerprüfung gratuliert werden.

Zahlreiche Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft erfolgten. Darunter 4 Mitglieder für 50 Jahre, ein Mitglieder für 60 Jahre und Herr Professor Dr. Senner wurde für 75 jährige Mitgliedschaft die Ehrenmitgliedschaft zuteil.

 

Mit dem gemeinsamen Lied „Auf auf zum fröhlichen Jagen“ und Jagdhornklängen der Jagdhornbläser Reutlingen schloss der Kreisjägermeister die diesjährige Mitgliederversammlung

Erstellt am 03.09.2018
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