Du verfressene Sau!

Aktionen der Deutschen Wildtier Stiftung für das Rotwild in Baden-Württemberg

Erstellt am 03.10.2020

Zum Beginn der parlamentarischen Arbeit des Baden-Württembergischen Landtags nach der Sommerpause greift die Deutsche Wildtier Stiftung erneut den Umgang mit Rotwild in Baden-Württemberg auf. Hintergrund ist eine noch nicht entschiedene Petition an den Landtag zur Änderung der „Rotwildpolitik“ im Land sowie eine parallel laufende Online-Petition:

Im Stuttgart Hauptbahnhof warb die Deutsche Wildtier Stiftung in der ersten Oktoberwoche mit drei Großplakaten: Als „Verfressene Sau!“ geschmäht, bietet der Rothirsch auf den Plakaten einen traurigen Anblick. Ein so mächtiges Tier auf Asphalt, vor Graffitis, an Bahngleisen – in einem Umfeld weit weg von seinem natürlichen Lebensraum. Mit diesem verstörenden Anblick will die Deutsche Wildtier Stiftung auf den schändlichen Umgang mit dem Rothirsch in Baden-Württemberg aufmerksam machen.

Die Motive sind bewusst provokativ und plakativ, aber in er heutigen Zeit der Überflutung mit optischen Reizen sind deutliche Signale notwendig, um wahrgenommen zu werden.

Parallel zur Plakataktion erhielten Ministerpräsident Kretschmann und alle Abgeordneten des Landtags „Post vom Hirsch“. Dahinter steckt ein Brief des Vorstands der Deutschen Wildtier Stiftung, Dr. Jörg Soehring.

Aus dem Inhalt des offenen Briefes:

„Das goldene Schild im Großen Landeswappen Baden-Württembergs wird von einem Rothirsch gestützt. Der Hirsch repräsentiert dabei nicht nur den Landesteil Württemberg, dessen Wappentier er ist, sondern er ist auch symbolischer Hüter und Wächter des gesamten Landes und seiner Verfassung. Leider kann er diese Funktion heute nicht mehr erfüllen…Forst-und Landwirtschaft treibt die Sorge, dass Hirsche junge Bäume und landwirtschaftliche Kulturpflanzen fressen könnten. Dabei zeigen viele Bundesländer, dass auch in Zeiten großer waldbaulicher Herausforderungen ein Miteinander von Hirsch und Mensch möglich ist.Die Deutsche Wildtier Stiftung ist davon überzeugt, dass weder der Totalabschuss noch überhöhte Wildbestände dem Prinzip der Nachhaltigkeit gerechtwerden. Wer Rothirsche auf die Rolle eines Schädlings reduziert und ihre Verbreitung per Gesetz verbietet, ignoriert, dass sie ein faszinierender Bestandteil unserer heimischen Natur sind und wichtige Aufgaben im Ökosystem übernehmen. Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert daher: Freiheit für den Rothirsch in Baden-Württemberg! Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, ein Miteinander von Hirsch und Mensch ist auch in Baden-Württemberg möglich. Wir bitten Sie: Nutzen Sie das Auslaufen der bisherigen Rotwild-richtlinie am 30.November 2020, um dem Rothirsch mehr Lebensraum zu geben.“

Der Landesjagdverband freut sich über dieUnterstützung aus Hamburg und hofft, dass das Land in der neuen Legislaturperiode endlich die Modernisierung der total veraltete Rotwildverordnung aus dem Jahr 1958 in Angriff nimmt.

Erstellt am 03.10.2020
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